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Intern
    Lehrstuhl für klassische Archäologie

    Thorsten Linsner

    Thorsten Linsner


    E-Mail: thorsten.linsner@gmail.com


     

    Lebenslauf


    geboren 7.3.1980 in Bamberg

    • 1997-2003 Ausbildung zum Zentralheizungs- und Lüftungsbauer mit anschließender Berüfsausübung
    • 2003-2004 Zivildienst beim Lebenshilfe Bamberg e. V.
    • 2004-2008 Schüler am Spätberufenenkolleg Theresianum der Karmeliten in Bamberg mit Abschluss der allgemeinen Hochschulreife
    • WS 2008/2009 Bachelorstudium der Ur- und Frühgeschichte, der Provinzialrömischen Archäologie sowie der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
    • SS 2009 - SS 2012 Bachelorstudium des Studienganges Alte Welt mit Schwerpunkt Klassische Archäologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und Aristoteles-Universität Thessaloniki; Teilnahme an Forschungsgrabungen in Dion und Kaunos; Thema der Abschlussarbeit: Die Heizung der Caracallathermen
    • WS 2012 - SS 2014 Masterstudium der Klassischen Archäologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg; Katalog-Beitrag zu Tierdarstellungen in: Griechisch – Ägyptisch. Tonfiguren vom Nil (Würzburg 2013) 73–81; Thema der Abschlussarbeit: Die Infrastruktur griechischer Planstädte (veröffentlicht in: Thetis 22, 2015, 5–149)
    • seit WS 2014 Promotionsstudium der Klassischen Archäologie an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg
      Tätigkeit im Verlagswesen

    "Öffne Dich heimlich, so dass Deine Angel nicht knarrt!" - Technische, typologische und kulturhistorische Untersuchungen zu antiken Türen und Schlössern


    Es liegt in der Natur des Menschen, sich unter gleichzeitiger Aufrechterhaltung der persönlichen Freiheit Begrenzungen zu setzen und diese bei Bedarf aufzuheben. Somit verlangte das private Wohnhaus als Unterschlupf und Ort der Geborgenheit seit jeher nach möglichst verschließbaren Öffnungen, mittels welcher der Zugang gewährt sowie verweigert werden konnte. Die nach unserem heutigen Verständnis rein funktionale und obligatorische Tür tritt als eine sozusagen semipermeable Einrichtung im Alten Orient bereits im 6. Jt. v. Chr. auf und hatte den Status eines der kostbarsten und wichtigsten Teile eines Bauwerkes inne; die herausragende Bedeutung spiegelt sich unter anderem in den überlieferten Ritualen wider, welche sich in Mesopotamien um dieses Bauteil rankten. Ebenso kann die Tür in Bezug auf die griechische Antike als eben jene zur Architektur zugehörige Struktur angesehen werden, ohne welche ein Gebäude nicht als solches zu bezeichnen wäre. Dieser in der Forschung des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts offenbar noch wahrgenommenen Tatsache wird in der Archäologie moderner Zeiten hingegen weit weniger Aufmerksamkeit zuteil; neben frühen meist auf philologische Quellen gestützte Untersuchungen antiker griechischer Türen sowie deren Verschlusseinrichtungen existiert keine moderne, die Grabungsfortschritte der heutigen Zeit berücksichtigende Publikation.

    Aus diesem Grund gilt die Intention des Promotionsvorhabens der Untersuchung sakraler sowie profaner Gebäude-Türen des griechischen Mutterlandes von der archaischen bis in die hellenistische Zeit. Im Vordergrund stehen hierbei vor allem Bau- und Gestaltungsfragen der nicht mehr erhaltenen Türflügel, hinsichtlich derer sich jedoch anhand in situ befindlicher Schwellen sowie gefundener Beschläge Rückschlüsse ziehen lassen. Können somit unter anderem Aussagen hinsichtlich Größe, Flügelanzahl sowie Befestigungstechnik der Türverschlüsse getroffen werden, sind Material- und Gestaltungsfragen aufgrund der meist aus vergänglichem Holz gefertigten Flügel oftmals nur mit Hilfe der erhaltenen Darstellungen auf Bildträgern sowie Schriftquellen zu beantworten. Da das Gros griechischer Türmotive des untersuchten zeitlichen Rahmens hauptsächlich als Vasenbild in Erscheinung tritt, soll unter dem Aspekt der Darstellungsweisen und bildlichen Semantik auf diese Abbildungen ein weiteres Hauptaugenmerk gelegt werden; die Auswertung schriftlicher Quellen – wie sie beispielsweise aus Athen oder Delphi in Form von Bauurkunden vorliegen – können über die allgemeine Gestaltungsfrage hinaus explizit Auskunft zu den oftmals prächtig verzierten Türen uns bekannter Bauwerke geben. Ein zuletzt angestrebter Vergleich zwischen den untersuchten griechischen, den altorientalischen sowie -ägyptischen Türen ermöglicht eine kulturhistorische Einordnung vor allem unter dem Gesichtspunkt wechselseitiger und kulturübergreifender Einflussnahmen.