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Intern
    Lehrstuhl für klassische Archäologie

    Ausstellungsarchiv

    Ausstellungsarchiv des Martin von Wagner Museums


    Ovid. Amor fou
    Zwischen Leidenschaft und Lächerlichkeit

    14.03.2018 - 15.07.2018

    „Soll ich nachgeben oder das Feuer, das sich eingeschlichen hat, durch meinen Widerstand noch weiter anfachen?“

    Ovid, der römische Lehrmeister der Liebe, erklärt sich in seinen Amores selbst für ohnmächtig angesichts der Gefühle, die der von kindlicher Willkür getriebene Cupido mit seinen Pfeilen auszulösen vermag. Dabei sind die Konsequenzen oft unabsehbar: Kraft der Liebe lassen sich ganze Berge versetzen, aber sie kann ihre Zielpersonen auch mit verhängnisvoller Blindheit schlagen. Wie also umgehen mit dieser Macht, die selbst Göttinnen und Helden in ihren Bann zwingt?

    Jede Zeit findet dafür ihre eigenen Bilder und Ansichten. So beleuchtet die Ausstellung, woher der Verfasser von Ars amatoria und Metamorphosen seine Inspirationen bezog, aber vor allem, wie es ihm gelungen ist, durch die Kunst seiner Verse die Nachwelt zu immer neuen Imaginationen seiner Liebesgedichte und -erzählungen anzustiften.


    Julius Echter
    Patron der Künstler

    25.06.2017 - 24.09.2017


    Ninive
    Bilder aus Sanheribs
    »Palast ohnegleichen«

    21.10.2016 - 19.03.2017

    Der assyrische König Sanherib (705–681 v. Chr.) gründete in Ninive eine neue Hauptstadt und errichtete dort eine prächtige Residenz, die er selbst »Palast ohnegleichen« nannte. Der in der abendländischen Geschichte vor allem als Belagerer Jerusalems bekannte Herrscher ließ den Palast vollständig mit Reliefs ausstatten, auf denen seine Feldzüge und Bautätigkeiten detailliert dargestellt sind.

    Als diese Reliefs Mitte des 19. Jahrhunderts ausgegraben und im British Museum ausgestellt wurden, rief die wiederentdeckte Bilderwelt der   Assyrer eine Sensation hervor. Aber nicht alle Reliefs wurden nach London gebracht, viele blieben auch an Ort und Stelle. Diese Reliefs wurden im Jahr 2002 von einem Turiner Konservatorenteam in hochauflösenden Digitalfotografien dokumentiert.

    Die vom Lehrstuhl für Altorientalistik im Rahmen des Würzburger Altertumswissenschaftlichen Zentrums und in Zusammenarbeit mit dem Centro Scavi in Turin erstellte Ausstellung zeigt zahlreiche Fotografien der Reliefs, die 2015 von Anhängern des sog. Islamischen Staats (IS) vermutlich zerstört worden sind. Die Detailaufnahmen der Reliefs vermitteln einen Eindruck von der großen Fähigkeit der assyrischen Steinmetze, die zeitgenössische Lebenswirklichkeit einzufangen, und offenbaren damit einen unwiederbringlichen kunstgeschichtlichen Reichtum.


    Die Greuters
    Europäische Künstler und Verleger der Frühen Neuzeit

    21.04.2016 - 12.06.2016

    Die Ausstellung zeigt Werke der Greuter-Familie, einer einflussreichen Künstler- und Verlegerdynastie, die im 16. und 17. Jahrhundert in Straßburg, Augsburg, Lyon und Rom tätig war.

    Der in Straßburg geborene Matthäus Greuter (1566-1638), Stammvater der Dynastie, war renommierter Kupferstecher, Drucker und Verleger. Die Kunden schätzten Greuter wegen seiner erstklassigen Qualität und Vielseitigkeit: Heiligen- und Madonnenbilder gehörten ebenso zu seinem Sortiment wie Architektur, Stadtpläne, allegorische Thesenblätter und Porträts.

    Unter anderem fertigte Greuter naturwissenschaftliche Darstellungen für Galileo Galilei und stach den ersten Blick auf Bienen durch ein Mikroskop. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang kooperierten Matthäus, seine Söhne und Enkel mit fast allen in Rom tätigen Spitzenkünstlern, darunter Gianlorenzo Bernini, Guido Reni und Pietro da Cortona. Das Bild der neuen Peterskirche wurde maßgeblich durch Stiche der Greuters in ganz Europa verbreitet.


    Herakles in Neuseeland
    Bilder von Marian Maguire

    23.01.2016 - 22.05.2016

    „Ko wai koe? – Wer bist Du?“ Die Frage des Māori richtet sich unmittelbar an den seltsamen Krieger vor ihm, der einer griechischen Vase der archaischen Epoche entsprungen scheint. Das Aufeinanderprallen zweier Menschen-Bilder trotz unüberbrückbarer Distanzen in Raum und Zeit. Und doch lässt die ‚Kriegsbemalung‘ der beiden vermuten, dass eine gewisse Verwandtschaft zwischen ihnen besteht.

    In ihren Lithographien und Radierungen setzt sich Marian Maguire kritisch mit der Geschichte Neuseelands auseinander. Indem sie die westliche Kolonialmacht unter ihrem Anführer James Cook in die Rolle des antiken Helden Herakles versetzt, wird die etablierte Perspektive eines zivilisatorischen Gefälles zwischen westlicher und pazifischer Welt wirksam gestört. Ein Dialog auf Augenhöhe entsteht. So rühren die vordergründig skurril erscheinenden Bilder der Künstlerin an wesentliche, sehr aktuelle Fragen des Menschseins: Wie begegne ich dem Fremden und was macht diese Begegnung mit meiner eigenen, kulturellen Identität?


    Augen & Blicke - Das Sehen in der bildenden Kunst
    von Alt-Ägypten bis zur Moderne

    09.12.2015 - 02.04.2016

    Unter den menschlichen Sinnesorganen nimmt das Auge eine Sonderstellung ein: Sowohl für die Wahrnehmung als auch für die Gestaltung der Welt ist es von übergeordnetem Rang. Die bildenden Künste haben darauf mannigfach reagiert. Als Körperteil oder als Symbol spielt das Auge in Kunstwerken aller Zeiten eine prominente Rolle; Blicke werden als Mittel der Bilderzählung eingesetzt oder stellen Verbindungen zur Transzendenz her.

    Anhand von viereinhalb Jahrtausenden Kunst aus den Sammlungen des Martin von Wagner Museums erkundet die Ausstellung die äußerst vielgestaltige Darstellung des Sehens in den unterschiedlichsten Bildmedien. Jede der elf Sektionen nähert sich der Visualisierung von Visualität unter einer jeweils anderen Fragestellung. Aus dem Verfolgen des einen Themas durch mehrere Jahrtausende kristallisieren sich letztlich menschliche Grundfragen heraus: nach Selbsterkenntnis, Liebeserkenntnis, Gotteserkenntnis.


    Zu Gast bei der Königin von Saba - Archäologische
    Funde und Forschungen im antiken Südarabien

    12.05.2015 - 04.10.2015

    Von Mai bis Anfang Oktober 2015 präsentiert die Antikensammlung des Martin von Wagner Museums erstmals eine Ausstellung zum antiken Südarabien (Jemen), dem sagenumwobenen Land der Königin von Saba, aus dem die Mittelmeerkulturen Weihrauch und Myrrhe bezogen.

    Die Sonderausstellung führt eine Posterpräsentation des Instituts für Klassische Archäologie der Universität Heidelberg und Objekte aus dem Archäologischen Museum der Universität Münster zusammen, die faszinierende Einblicke in die exotischen Zeugnisse der antiken Reiche am Golf von Aden gewähren.

    Die von Computeranimationen begleitete Posterausstellung kreist vor allem um die Rekonstruktion zweier spektakulärer Bronzestatuen sowie um die Entdeckungen der jüngsten Ausgrabungen in Zafar, wo die Überreste eines monumentalen Heiligtumkomplexes mit aufsehenerregenden Relieffriesen freigelegt wurden.

    Aus der Universität Münster stammen u. a. Skulpturen, Münzen und Tongefäße, die einen Querschnitt aus Kunst und Kunsthandwerk der südarabischen Reiche repräsentieren. Neben eindrucksvollen Köpfen und Statuetten aus Alabaster werden auch Stelen mit Inschriften präsentiert, die über die antiken Vorläufer der arabischen Sprache Aufschluß geben.

    Verteilt über zwei Räume bietet die Ausstellung einen vielseitigen Zugang zu den Hinterlassenschaften einer versunkenen Hochkultur, als Arabien von den Völkern Europas noch als 'das Glückliche' apostrophiert wurde.


    Leuchtende Antike - Lampen aus dem Mittelmeerraum

    11.12.2014 - 19.04.2015

    Licht in allen vorstellbaren Abstufungen, verfügbar zu jeder Tages- und Nachtzeit: Für die Menschen von heute ist das selbstverständlich. In der Antike dagegen war das Leben fast ausschließlich auf die Sonnenstunden ausgerichtet. Zur „Verlängerung“ des Tages musste man sich überwiegend mit kleinen Leuchtkörpern aus Ton zufrieden geben, in denen Öl verbrannt wurde. Diese Lampen rußten stark und gaben ihrer Umgebung kein wirklich helles Licht.

    Die Sonderausstellung zeigt Tonlampen aus griechischer, römischer, ägyptischer und nordafrikanischer Herstellung. Viele davon haben noch heute Rußspuren an den Dochtlöchern. Verwendet wurden sie als Beleuchtung fürs Abendessen, bei Bestattungen oder im Götterkult.

    Die Ausstellung thematisiert auch das Produktionsverfahren und dessen technischen Fortschritt. Je nach Produktionsart und -ort weisen die Lampen charakteristische Besonderheiten auf: In Ägypten zum Beispiel waren Leuchten mit fünf bis 20 Dochtlöchern besonders populär. Erarbeitet wurde die Schau von Studierenden der Klassischen Archäologie.


    Armin Reumann. Bilder vom Krieg, 1914-1918

    17.11.2014 - 15.03.2015

    Anläßlich des Gedenkens an den Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor einhundert Jahren zeigt das Martin von Wagner Museum eine Ausstellung mit Werken von Armin Reumann. Zum ersten Mal sind die Gemälde, Aquarelle, Gouachen, Zeichnungen und Skulpturen zu sehen, die dieser Maler in dreieinhalb Jahren als Soldat für sich selbst geschaffen hat. Die zahlreichen persönlichen Zeugnisse — in Würzburg werden rund 250 Werke ausgestellt — ergeben ein selten vollständiges Bild des Krieges, den Reumann an wechselnden Fronten in West- und Osteuropa erlebte.

    Die Würzburger Ausstellung ist ein überregional bedeutender Beitrag zur Erinnerung an den Ausbruch des Kriegs vor einhundert Jahren. Im Unterschied zu anderen, panoramisch angelegten Ausstellungen aus demselben Anlass steht hier das monographisch Konzentrierende – und damit die individuelle künstlerische Bewältigung des Kriegsgeschehens – im Vordergrund.

    Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (Deutscher Kunstverlag, 272 Seiten mit 349 farbigen Abbildungen), hrsg. von Damian Dombrowski, mit Beiträgen von Roland Borgards, Damian Dombrowski, Peter Hoeres, Markus Maier und Manuela Müller.

    Verkaufspreis: 29,90 €


    GRiechisch - ägYPTISCH. Tonfiguren vom Nil

    15.10.2013 - 05.10.2014

    „GRiechisch-ägYPTISCH: Tonfiguren vom Nil“, so heißt eine aktuelle Sonderausstellung im Martin von Wagner Museum der Uni Würzburg im Südflügel der Residenz. Die Schau zeigt griechisch-römische Statuetten aus Ägpyten.

    Die Figuren erlauben Einblicke in die populäre Alltagskunst Ägyptens in der Zeit nach der Eroberung durch Alexander den Großen und unter den römischen Kaisern. Damals lebte am Nil ein Völkergemisch aus Griechen, Römern und Ägyptern – und damit eine der frühesten multikulturellen Gesellschaften der Menschheit.

    Eine bunte Welt aus Göttern, Menschen und Tieren führt den Besuchern vor Augen, wie die verschiedenen Bevölkerungsgruppen damals zu einer gemeinsamen Sprache der Bilder fanden. Diese Sprache drückt religiöse Überzeugungen ebenso aus wie Träume vom irdischen Glück.

    Zur Austellung ist ein Begleitband bei Schnell & Steiner erschienen: J. Griesbach (Hrsg.), GRiechisch - ägYPTISCH. Tonfiguren vom Nil (Regensburg 2013).